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Das Vermächtnis Kains

Neuester Eintrag – Sonntag 27. Mai 2007.

Autor:



  • Galizische Geschichten

    Der Wanderer

    Das Vermächtnis Kains (1866)

    par Leopold von Sacher-Masoch

    »Weßhalb sollte ich es hindern, oder Euch davor schützen, oder um Euch trauern. Ihr seid ich und ich bin in Euch, das, um was Ihr zittert, ist nur ein flüchtiger Schatten, den ich werfe. Euer wahres Wesen kann nicht vergehen durch den Tod, sowie es nicht entstanden ist bei Eurer Geburt.
    Sieh deinen Brüdern zu, wie sie sich im Herbste einpuppen, wie sie nur bekümmert sind, ihre Eier sicher zu betten, ohne Sorge um sich selbst und alle ruhig sterben gehen, um im Frühling zu neuem Leben aufzuwachen.
    Sieh im Wassertropfen, im Mittagsglanz der Sonne täglich eine neue Welt entstehen und im Abendrothe untergehen.
    Wachst du selbst nicht täglich nach kurzem Tode zu neuem Leben auf und zitterst vor dem letzten Schlafe!
    Ich sehe gleichgültig Herbst für Herbst die Blätter fallen, Kriege, Seuchen, jedes große Sterben meiner Kinder, denn ein jedes lebt fort in neuen Wesen, und so bin ich im Tod lebendig, im Vergehen ewig und unsterblich.
    Begreife mich und du wirst mich nicht mehr fürchten, mich nicht mehr anklagen, mich deine Mutter.
    Du wirst vor dem Leben fliehen zu mir in meinen Schooß, aus dem du aufgetaucht bist zu kurzer Qual, du wirst wieder kehren in die Unendlichkeit, die vor dir war und nach dir sein wird, während dein Dasein die Zeit begrenzt und verschlingt.« (Leopold von Sacher-Masoch, Der Wanderer).


  • Galizische Geschichten

    Don Juan von Kolomea

    Das Vermächtnis Kains (1866)

    par Leopold von Sacher-Masoch

    »Da könnte ich Ihnen allenfalls jetzt so meine Abenteuer erzählen.
    Alle Frauen sind mein, alle; Bauernweiber, Judenweiber, Bürgerfrauen, Edelfrauen; alle! Blonde, rothe, braune, schwarze, alle! alle!
    Abenteuer, Abenteuer, sag’ ich Ihnen, Abenteuer, wie – wie was gleich?
    Da habe ich jetzt z. B. so ein Verhältniß mit einer jungen Frau. Was die verliebt ist! – Eine Dame, eine ganze Dame!
    Aber mir thut der Kopf etwas weh.
    Ich habe noch eine Geliebte jetzt. Sie ist das Weib eines Räubers. Ihr Mann ist gehängt worden, sie selbst – was weiß ich? was kümmert das mich! – Sie kann nicht einmal lesen. Wir reden auch nicht viel zusammen, aber lieben uns – wie die Wölfe!
    Immer zehn Weiber auf einmal, oder doch mindestens drei, eine für das Bett, eine für den Geist, und die dritte für das Herz – nein, was sage ich da. Das Herz bleibt aus dem Spiele, ganz aus dem Spiele, sage ich Ihnen.« (Leopold von Sacher-Masoch, Don Juan von Kolomea).




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