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Die Bekenntnisse der Mademoiselle Sappho

Neuester Eintrag – Sonntag 24. Juni 2007.

Autor:

Apologie der Anandrinischen Sekte
oder Ermahnung an eine junge Tribade,
von Fräulein Raucourt gehalten am 28. März 1778.
»Frauen, nehmt mich auf in euren Schoß, ich bin euer würdig.«
(Aus dem zweiten »Brief an die Frauen« von Fräulein d’Eon.)

So rief kürzlich jene, deren Büste heute zum erstenmal sich euren Huldigungen darbietet; so rief jenes Mädchen, die Ehre ihres Geschlechtes, der Ruhm ihres Jahrhunderts und, durch die Vereinigung verschiedener Talente, vielleicht die erlauchteste Frau, die jemals gelebt hat, jedenfalls vor allen andern würdig, in unserer Mitte zu weilen und jene hervorragende Stellung einzunehmen, die mir nur durch die Nachsicht der Versammlung eingeräumt wird. Die zärtlichen Neigungen, der stürmische Drang, die heiße Glut, wodurch Fräulein d’Eon zu ihrem Geschlechte hingetrieben wird, sind um so ehrenvoller für sie, weil sie von der Wiege an für einen Mann galt, als Mann gekleidet wurde, als Mann erzogen wurde, beständig mit Männern zusammenlebte und dadurch den Geschmack, das Benehmen, die Gewohnheiten der Männer sich zu eigen machte. Sie hat sozusagen alle Talente, alle Kunstfertigkeiten, alle Tugenden der Männer sich zu eigen gemacht, ohne sich mit einem ihrer Laster zu besudeln. Obgleich von der Verderbnis der Männer umgeben, hatte sie stets ihre ursprüngliche Reinheit bewahrt. Auf der Schule, bei Festen, bei den ausschweifendsten Vergnügungen, bei Hofe, im Felde, wo sie zuweilen gezwungen war, ihr Lager mit einem Angehörigen des andern Geschlechts zu teilen, überall hat sie den gefährlichsten Versuchungen widerstanden und hat, bis es ihr möglich wurde, eine Freundin zu gewinnen, an sich selber einen Genuß gefunden, den sie den unanständigen Reizen ihrer Sinne vorzog. Dank sei dafür dir, o erhabene Göttin, die du bei unsern Mysterien den Vorsitz führst! Sie aber, mein liebes Kind, dem diese Ermahnung im besonderen gilt, möchten Sie von einem so großen Beispiel Nutzen haben! Sie sind schon in Ihrer zartesten Jugend den Verführungen der Männer entgangen, so genießen Sie denn das Glück, sich im Kreise Ihresgleichen zu befinden – ein Glück, wonach Fräulein d’Eon unter dem Zwange der Verhältnisse so lange sich vergebens gesehnt hat. Die Sekte der Anandrinen ist nicht wie so viele andere auf Unwissenheit, Blindheit und Leichtgläubigkeit gegründet; je sorgfältiger man ihre Geschichte und ihre Fortschritte studiert, um so größer wird die Verehrung und die Teilnahme, die man für sie empfindet. Ich werde Ihnen daher zunächst die Vortrefflichkeit unserer Sekte nachweisen. Was man nicht ordentlich kennt, kann man nicht ordentlich tun: Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig; daher will ich Ihren Eifer vermehren, indem ich Sie aufkläre, indem ich Sie über die Wichtigkeit und Bedeutung Ihrer Pflichten belehre. Der Lohn, der seiner am Ziele wartet, belebt den Wettläufer und erhält ihn bei Kräften; darum zeige ich Ihnen auch einen Lohn, aber nicht einen der gewöhnlichen Art, der nur zur Befriedigung des Stolzes, der Gewinnsucht oder der Eitelkeit dient, sondern einen Lohn, der Ihr ganzes Herz erfüllen wird. Dieser Lohn ist die Wollust. Ich werde Ihnen die Wonnen schildern, die wir genießen. In diese drei Teile wird meine Rede naturgemäß zerfallen.

O Vesta, Schutzgöttin dieses Ortes, erfülle mich mit deinem heiligen Feuer! Laß meine Worte wie feurige Pfeile in das Herz der Novize dringen, die deinem Kultus geweiht werden soll! Möge sie ebenso feurig, ebenso aufrichtig wie Fräulein d’Eon ausrufen: »Frauen, nehmt mich auf in euren Schoß, ich bin euer würdig.«



  • Anandria

    Mademoiselle Sappho - 1

    Die Bekenntnisse der Mademoiselle Sappho (Erstes Kapitel)

    par Pidansat de Mairobert

    »So war ich fünfzehn Jahre alt geworden. Ich war ein großes Mädchen, und mit den Jahren hatten alle meine Fehler zugenommen. Bald traten zu diesen noch neue hinzu: Ich wurde außerordentlich wollüstig. Ich wußte nicht, warum, ich wußte nicht, was ich tat, noch was ich wollte – aber genug, ich zog mich nackt aus, sowie ich allein war; wohlgefällig betrachtete ich mich, betastete alle Teile meines Körpers, liebkoste meinen Busen, meine Schenkel, meinen Leib. Ich spielte mit den schwarzen Härchen, die bereits das Heiligtum der Liebe umschatteten, ich kitzelte leise dessen Eingang, aber ich wagte nicht tiefer einzudringen: Es schien mir so eng, so klein zu sein, daß ich mich zu verletzen fürchtete. Indessen, ich fühlte an diesem Teil ein verzehrendes Feuer; mit Entzücken rieb ich mich an harten Gegenständen oder an meiner kleinen Schwester, die bei mir zu Hause blieb, weil sie noch zu jung zur Feldarbeit war. Eines Tages kam meine Mutter früher als gewöhnlich vom Felde zurück und überraschte mich bei einer solchen Übung; sie wurde wütend und schimpfte mich, wie wenn ich die niedrigste Dirne gewesen wäre; sie sagte mir, ich sei ein verworfenes Geschöpf, es werde niemals etwas aus mir werden; sie nannte mich eine schamlose Vettel, die die Familie entehren werde, eine Prostituierte, die man in das Kloster der Frau Gourdan schicken müsse.« (Pidansat de Mairobert, Die Bekenntnisse der Mademoiselle Sappho).


  • Anandria

    Mademoiselle Sappho - 2

    Die Bekenntnisse der Mademoiselle Sappho (Zweites Kapitel)

    par Pidansat de Mairobert

    »Die einseitige oder gegenseitige Handarbeit ist besonders bei den würdigen Persönlichkeiten beliebt, die Sie hier sehen werden. Da sie gezwungen sind, ihre Schwächen in das tiefste Geheimnis zu hüllen, so haben sie Angst, durch die unvorsichtige Zeugung eines Kindes oder durch eine häßliche Krankheit, deren Symptome sich nicht gut verbergen lassen, sich vor der Welt bloßzustellen. Dieser letztere Grund bestimmt auch viele Laien, zu diesem Mittel zu greifen, da die Überzeugung allgemein verbreitet ist, daß die Syphilis nur durch die Berührung mit erkrankten Geschlechtsorganen verbreitet wird.
    Der Lehrgang der Tribadie, den Sie, meine liebe Sappho, durchgemacht haben, ist für Sie ohne Zweifel eine sehr gute Vorschule für diese neue Kunst gewesen. Allerdings müssen Sie erst in das Theoretische derselben eingeführt werden, denn davon werden Sie bei Ihrem stürmischen jungen Liebhaber nicht viel gelernt haben; ohne Zweifel hat er stets einen schnellen Genuß gesucht und sich bemüht, schnell fertig zu werden, weil er stets bereit war, wieder anzufangen. Hier bei mir werden Sie mit Männern im reiferen Alter zu tun haben, deren Feuer bereits erloschen ist und die ihren Kräften durch die Phantasie nachhelfen müssen.« (Pidansat de Mairobert, Die Bekenntnisse der Mademoiselle Sappho).


  • Anandria

    Mademoiselle Sappho - 3

    Die Bekenntnisse der Mademoiselle Sappho (Drittes Kapitel)

    par Pidansat de Mairobert

    »Nachdem sie ihn durch dieses Vorspiel und einige Küsse in Stimmung versetzt hatte, befahl sie ihm, sich zu entkleiden. Zugleich zog sie sich selber völlig nackt aus und öffnete dann einen Schrank, woraus sie einen doppelten Panzer aus Roßhaar hervorholte, der mit unzähligen abgerundeten kleinen Stacheln versehen war. Mit diesem Bußwerkzeug, das hier in ein Werkzeug der Wollust verwandelt war, bekleidete sie ihm Brust und Rücken. Nachdem sie die beiden Teile durch Riemen von gleicher Art miteinander verbunden hatte, befestigte sie an dem den Bauch bedeckenden Teil eine eiserne Kette, die sie so zwischen seinen Beinen durchzog, daß der Hodensack in einer Art von Beutel ruhte, der sich in der Mitte der Kette befand. Dieser Beutel war ebenfalls aus Roßhaar, aber so eingerichtet, daß die Hand freien Zugang hatte, um die beiden Wonnespender kitzeln zu können. Die Kette war an dem hinteren Teil des Panzers befestigt. Ich kannte einen solchen Apparat noch nicht und hätte niemals gedacht, daß er so wirksam sei! Aber an der Wirksamkeit konnte ich nicht zweifeln, denn der fromme Priester bekam eine Erektion, wenngleich nur eine recht schwache. Da nahm Frau Richard Ruten und jagte ihn mit tüchtigen Schlägen auf Hinterbacken und Lenden ein paarmal im Zimmer herum.« (Pidansat de Mairobert, Die Bekenntnisse der Mademoiselle Sappho).



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