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Memoiren einer Sängerin

Neuester Eintrag – Sonnabend 24. Januar 2009.

Autor:

Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin, Verlagsbureau, Altona, 1862-1870.



  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 1

    Erotischer Roman (Kapitel I)

    par W. Schröder-Devrient

    »Ich sende Ihnen, was ich seit einigen Tagen niedergeschrieben, und Sie mögen dann selbst beurteilen, ob ich aufrichtig bin oder nicht. Ich habe versucht, die erste Ihrer Fragen zu beantworten und ich habe mich überzeugt, wie recht Sie hatten, als Sie mir einmal sagten, der geschlechtliche und sittliche Charakter bildet sich nach denjenigen Umständen, unter denen er in die sorgfältig verschleierten Geheimnisse der Liebe eingeweiht wird. Ich finde jetzt allerdings, daß dies auch bei mir der Fall gewesen ist!
    Obgleich ich fleißig fortfahren werde, aufzuzeichnen, was ich erlebt und erfahren, so erhalten Sie doch nicht eher einen zweiten Brief von mir, bis Sie den ersten beantwortet. Vor der Hand macht mir die sonderbare Schriftstellerei Vergnügen, sogar mehr Vergnügen, als ich für möglich gehalten. – Daß Sie mein unbegrenztes Vertrauen nicht mißbrauchen werden, dafür bürgt mir Ihr edler Charakter, von dem ich ja die glänzendsten Beweise habe. Was wäre ich ohne Sie? Ihre aufopfernde Freundeshilfe? Ihren Rat? Ein elendes, verlassenes und von der Welt entehrtes Geschöpf! Ich weiß aber auch, daß Sie mich trotz Ihrer anscheinenden Kälte und Entsagung lieb haben. Ich riskiere also in Ihren Händen nichts. – Grüßen Sie, usw.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).


  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 2

    Erotischer Roman (Kapitel II)

    par W. Schröder-Devrient

    »Sie schob so lange, bis der Schaft nicht weiter eindringen konnte und die Kugeln sich fast mit den Haaren vereinigten. Ebenso langsam, wie er eingedrungen war, zog sie ihn auch wieder heraus und nun wiederholte sich das Spiel nach und nach immer schneller, bis Sie das Buch fallen ließ, die Augen schloß, die linke Hand im Munde befeuchtete und sich – während das Instrument unten immer rascher eindrang – oben in der Spalte kitzelte und rieb. Ihr Körper schien in Konvulsionen zu geraten. Sie kniff die Lippen gewaltsam aufeinander, als fürchte sie sich durch einen Seufzer zu verraten; endlich schien der höchste Moment bei ihr gekommen; mit beiden Händen preßte sie die Kugeln, daß die Milch gewaltsam in ihr Innerstes spritzen mußte, schloß dann die Schenkel über dem noch immer tief eingedrungenen Instrumente und lag regungslos, aber tief atmend still auf dem Stuhle. Ich rührte mich immer noch nicht. Endlich öffnete sie die Schenkel wieder, zog das Instrument, das ganz mit Schaum bedeckt schien, heraus und fing den nachstürzenden Milchstrom in einem Tuche auf. Dann trocknete sie alles, – packte Buch und Instrument sorgfältig ein, kam darauf noch einmal mit der Lampe an unser Bett, um zu sehen, ob wir schliefen, und legte sich dann selbst zur Ruhe, mit so ruhigem, glücklichem Gesichte, als sei sie nun vollständig befriedigt. Während sie in das Bett stieg, schob auch ich mich zurecht und freute mich, nun eine Gelegenheit gefunden zu haben, die mir Lösung aller Rätsel verhieß, welche sich unruhig in meinem kleinen Kopfe umhertummelten.
    Ich war außer mir! Aber auch fest entschlossen, daß Marguerite mir beichten, mich aufklären, mir helfen sollte! Tausend Pläne durchkreuzten meinen Kopf. Wie ich sie ausführte, soll mein zweiter Brief Ihnen sagen.
    War ich aufrichtig?« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).


  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 3

    Erotischer Roman (Kapitel III)

    par W. Schröder-Devrient

    »Und das alles schon mit 14 Jahren, bei noch nicht vollkommen reifem Körper! Ja, und was noch mehr ist, es hat mir weder an der Gesundheit geschadet, noch meinem späteren recht genußreichen Leben irgendeinen Reiz verkümmert. Dazu gehört nun allerdings ein so früh entwickelter fester Charakter, wie der meinige. An meinem Cousin hatte ich die Erschlaffung kennen und fürchten gelernt, die einem zu häufigen Selbstgenusse folgt. Mein scharfer Verstand ließ mich jedes Übermaß vermeiden. Immer berechnete ich die Folgen, die entstehen können, und nur einmal in meinem Leben hat mich die Besinnung und Überlegung verlassen. Schon früh wurde mir die Erkenntnis, daß es nach den Gesetzen, welche die menschliche Gesellschaft sich nun einmal gegeben, nur darauf ankommt, mit Vorsicht zu genießen, wenn man ohne Nachteil für sich und andere genießen will. Wer mit starrem Kopfe gegen diese notwendigen Gesetze anstürmen will, zerschellt an ihnen und erntet lange Reue für kurze Befriedigung. Das Glück führte mich allerdings bei meinen ersten Schritten in die Hände eines erfahrenen und gebildeten Mädchens. Hätte ein junger Mann in meiner Nähe gelebt, der sich um mich bemüht, so würde ich bei meinem Temperament und meiner Neugier wahrscheinlich sehr bald ein verlorenes Geschöpf gewesen sein. Daß ich es nicht wurde, verdanke ich den Umständen, unter denen ich die erste Belehrung über Dinge empfing, die sehr viel weniger reizend wären, wenn sie nicht verschleiert würden. Und doch sind sie der Mittelpunkt alles menschlichen Strebens und Seins. Das weiß ich jetzt, während ich es damals nur fühlte und mit dem Takte, den wir Frauen nun einmal vor den Männern voraushaben, ganz richtig ahnte.
    Ehe ich in meinem nächsten Briefe weiter gehe, bemerke ich nur noch, daß ich wenige Wochen nach meiner Bekanntschaft mit Marguerite zum ersten Male die Zeichen eines vollständig entwickelten Körpers an mir sah.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).


  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 4

    Erotischer Roman (Kapitel IV)

    par W. Schröder-Devrient

    »Es machte der erfahrenen Marguerite ein ganz unbeschreibliches Vergnügen, wie sie sah, was der so liebenswürdige, unerfahrene junge Mann alles tat, um zu dem ihm noch unbekannten Ziele zu kommen. Sie fühlte sich diesen oft ungeschickten Anstrengungen gegenüber so überlegen, daß sie glaubte, sie würde im Momente der wirklichen Gefahr die Kraft haben, den schon bei der nur äußeren Berührung zwischen den beiden entscheidenden Punkten halb sinnlosen Geliebten an der Vollendung, dem Ausströmen des Samens in ihren Schoß zu hindern, und gestattete endlich das Eindringen der Spitze. Aber sie hatte nicht bedacht, wie nun auch bei ihr jeder Nerv, jedes Fältchen ihres Innern der Vereinigung entgegendrängte und wie schwach das Weib gegen einen wirklich geliebten Mann ist, wenn er erst mit dem Inbegriff seiner Kraft ihr Inneres erwärmt. In übermäßiger Wollust vergaß sie jeden Widerstand, jeden Vorsatz und plötzlich fühlte sie den elektrischen Schlag des Hineinströmens eines heißen Strahls, der ihr ganzes Innere ausfüllte. Es war geschehen! Vergebens versagte sie jede Wiederholung, vergebens hoffte sie, daß dieser eine unbewachte Augenblick nicht geschadet haben würde. Das Ausbleiben ihrer Regel zeigte ihr, daß das Unglück geschehen, ihre Ehre verloren, ihre Zukunft vernichtet sei. Von dem Augenblicke an, wo sie Gewißheit über ihren Zustand hatte, gewährte sie dem Geliebten zwar wieder alle Rechte eines Gatten und genoß drei Monate lang ungestört das höchste irdische Glück; dann aber traten die Schläge des Schicksals in wahrhaft betäubender Folge über sie herein. Der Vormund machte bankerott und floh mit ihrem ganzen Vermögen nach Amerika; ihr Geliebter erkrankte und starb; sie wurde in Schimpf und Schande aus dem Hause gejagt, kam in Schimpf und Schande in einem Dorfe nieder und verlor nach zwei Jahren der schwersten Leiden und Entbehrungen auch ihr Kind durch den Tod, bis sie schließlich in Deutschland ein Unterkommen als Gouvernante fand.
    Wie eindringlich warnte sie mich vor jenem einen unbewachten Augenblick!
    Alles hatte Marguerite mir aufrichtig und wahr erzählt. Mit welchem Instrument sie aber noch jetzt die Erinnerung an jene Zeit wachrief, das hatte sie mir doch verschwiegen.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).

  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 5

    Erotischer Roman (Kapitel V)

    par W. Schröder-Devrient

    »Geriet doch während meines Aufenthaltes in Paris einer meiner liebenswürdigen Verehrer so außer sich darüber, als er den heißen Strom über sich hinrieseln fühlte, daß er das erste Mal fast die Besinnung darüber verlor, dann aber jedesmal, wenn ich ihm die höchste Gunst gewährte, im Augenblicke meiner Entladung seinen Speer aus der Wunde zog, blitzschnell mit dem Munde meine Quelle bedeckte und den hervorschießenden Lebenssaft bis auf den letzten Tropfen aufsaugte, dann aber mit um so größerer Kraft wieder in mich eindrang und nun seinerseits entlud, aber freilich mit jener Vorsichtsmaßregel, die Marguerite bei ihrem jungen Russen kennengelernt. Hat doch diese Phantasie meines Pariser Freundes mich zu dem Versuche gebracht, ebenfalls jenen wunderbaren Strahl in meinem Mund aufzunehmen, der mit elektrischer Kraft im Moment höchster Wollust aus dem Baume des Lebens hervorschießt. Das gehört aber zu meinen späteren Bekenntnissen und ich kehre daher zu meinen Wiener Sonnabenden zurück. – Es machte mir ein außerordentliches Vergnügen, im Spiegel dem lüsternen Spiele der Hand zu folgen. Der Mittelpunkt des Sinnenreizes lag jedem Angriff offen dar, denn ich hatte die Schenkel so weit als möglich auseinander gespreizt. Geschäftig spielte, rieb und kitzelte ich, drang dann tiefer mit dem Finger ein und fühlte, wie brünstig mein Inneres dem Wohltäter entgegenkam. Lassen sich denn diese himmlischen Gefühle beschreiben? Wie das Blut durch die Adern jagt, wie jeder Nerv bebt, der Atem stockt und endlich der befruchtende, heiße und doch lindernde Lebenstau hervorbricht, um die glühenden Lippen des Liebesmundes zu befeuchten und zu kühlen! Im Niederschreiben entzückt mich die Erinnerung an jene glücklichen Stunden in Wien noch so sehr, daß meine linke Hand unwillkürlich den Weg dahin sucht, wo diese Erinnerungen den lebendigsten Eindruck gemacht. Aus meiner schlecht werdenden Schrift werden Sie sehen, daß mich das Gefühl übermannt. Mein ganzer Körper zittert vor Sehnsucht und Vergnügen. Weg mit der Feder! und – –« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).

  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 6

    Erotischer Roman (Kapitel VI)

    par W. Schröder-Devrient

    »Deshalb ist auch die Lektüre wollüstiger oder schlüpfriger Bücher und das Beschauen obscöner Bilder so außerordentlich gefährlich für jedes junge Frauenzimmer! Ich habe später durch Zufall eine ganze Sammlung solcher Bilder und Bücher kennen gelernt und kenne den Eindruck, den sie machen, genugsam aus Erfahrung. – Die »Denkwürdigkeiten des Herrn von H ...«, »Pfaffengalanterien« und die »Verschwörung in Berlin«, Althings »Kleine Erzählungen« und die »Priapischen Romane« in deutscher Sprache, den »Portier des Chartreux«, »Faublas«, »Félicia ou mes fredaines«, »Les confessions érotiques de l’abbé Pineraide« usw. in französischer Sprache sind in der Tat ein wahres Gift für unverheiratete Frauen. Sie alle schildern die Sache selbst in den reizendsten, aufregendsten Formen, aber keine spricht von den Folgen, keine zeigt, was ein Mädchen alles auf das Spiel setzt, wenn es sich rücksichtslos einem Manne hingibt; keine malt die Reue, die Schande, den Verlust des guten Rufes, selbst die körperlichen Leiden, welche es treffen können. Deshalb ist die Ehe ein so vortreffliches, gar nicht genug zu verehrendes Institut, darum muß jeder vernünftige Mensch alles tun, um sie aufrecht zu erhalten, sie mit jeder Art von Achtung und Sicherheit zu umgeben. Ohne sie würde Sinnenlust die Menschheit zu wilden Tieren machen. Das ist meine feste Überzeugung, obgleich ich mich selbst noch nicht vermählt habe. Eine Künstlerin darf sich eben nicht binden. Sie kann nicht zugleich Hausfrau, Familienmutter und der Liebling des Publikums sein und ich fühle, daß ich eine gewissenhafte Gattin und eine zärtliche Mutter sein würde, – vorausgesetzt, daß mein Gatte mich so glücklich macht, wie ich es dann um ihn verdienen würde. Eben, weil ich weiß, von welcher außerordentlichen Wichtigkeit der geschlechtliche Lebensgenuß für alle menschlichen Verhältnisse ist, – weil ich mich durch Erfahrung und aufmerksame Beobachtung überzeugt habe, daß in diesem zarten und von jedem achtbaren Menschen geheim gehaltenen Mittelpunkte das ganze menschliche Leben zusammenläuft, – würde ich meinem Gatten in jeder Beziehung eine liebenswürdige und musterhafte Lebensgefährtin sein. Ich würde handeln, wie meine Mutter gehandelt hat, ich würde mich bestreben, meinem Gatten immer neu zu sein, ich würde auf alle seine Phantasien eingehen und doch ihm immer noch etwas zu wünschen übrig lassen, ich würde alles sein und nichts scheinen, worin ja doch eigentlich das ganze menschliche Leben besteht.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).

  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 7

    Erotischer Roman (Kapitel VII)

    par W. Schröder-Devrient

    »Ich war geradezu neidisch, als ich die Krise bei ihm eintreten sah, daß dieser himmlische Strom sich ungehindert in Rudolphinens Schoß ergießen sollte, und tat, als wenn ich vor Wollust ohnmächtig würde, ließ mich mit ganzer Schwere auf die Seite fallen und hatte so richtig gerechnet, daß ich Rudolphinens Ritter wirklich noch vor den letzten Augenblicken aus dem Sattel warf. Im Hinsinken sah ich noch die beiden Teile sich trennen, die eben noch so innig verbunden gewesen waren. Wie flammend rot und wütend bei ihm, wie groß und klaffend bei ihr! Das sah anders aus, als ich es bis jetzt gesehen, aber in der Tat nicht hübscher. Mein Hinsinken hatte beide erschreckt. Wenigstens dachten beide nicht sofort an die Fortsetzung ihres Vergnügens, sondern wollten mir erst beistehen. Ich hatte meinen Zweck erreicht und ließ mich nicht lange bitten, wieder zu mir zu kommen. Ich machte nun kein Hehl daraus, daß ich mich glücklich fühle, auf solche Art in die Mysterien der Liebe eingeweiht worden zu sein, verweigerte aber jeden weiteren Genuß, weil ich es nicht aushalten könne. Der Fürst wollte beweisen, daß er selbst auch dem höchsten Genuß entsagen könne, wenn wir ihn nicht beide teilten und machte den Vorschlag, uns beiden seine Befriedigung zu überlassen. Ich verstand nicht, was er meinte, aber die ausgelassene Rudolphine ging gleich darauf ein. Der Fürst legte sich nackt ausgestreckt auf das Bett und ich mußte Rudolphinen nachahmen, mit den Händen die Wunderfontaine hervorzulocken. Während ich ihn küßte und mit der Hand an dem Behälter des Wunderbalsams spielte, nahm Rudolphine die Spitze des Schaftes in ihren Mund. Endlich schoß der schäumende Strahl hervor und benetzte uns alle drei. Gern hätte ich im Augenblick des Sprühens Rudolphinens Rolle übernommen und den blendend weißen, heißen Saft geschlürft, aber ich mußte ja noch unerfahren sein und das alles erst lernen! Daß man aber auch diese unvergleichliche Nacht nicht vergißt, werden Sie begreifen. Lange vor Tagesanbruch nahm der Fürst seinen Abschied und wir beide schliefen in fester Umarmung bis nächsten Mittag.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).

  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 8

    Erotischer Roman (Kapitel VIII)

    par W. Schröder-Devrient

    »Kein Weib befindet sich, wenn es sich um die Gelegenheit, Eroberungen zu machen, handelt, in günstigerer Position, als gerade die Bühnenkünstlerin, die ihre Schönheit, ihr Talent von der Bühne herab vor den Augen von Tausenden entfaltet, während ein anderes Weib meist mir Gelegenheit findet, sich innerhalb eines zuweilen sehr eng begrenzten Familienkreises geltend zu machen. Außerdem ist eine Bühnenkünstlerin ein öffentlicher Charakter, eine Celebrität und die Eitelkeit der Männer findet eine Befriedigung darin, mit einer Celebrität auf vertrautem Fuße zu stehen, damit vom Glänze ihres Ruhmes wenigstens ein Reflex auf sie zurückfalle. Kein Wunder daher, wenn jede bekannte Künstlerin sich von Männern mit altadeligem Wappen und Matadoren der Börse bis zu dem jüngsten Lyriker herab, der ihr schüchtern die Erstlinge seiner Muse zu Füßen legt, von Anbetern aller Stände, aller Klassen umringt sieht, die alle nach einem Blick, nach einer Gunstbezeugung dürsten. Aber wo sollte ich unter allen diesen Männern denjenigen finden, dessen ich bedurfte, der bereit war, meine Wünsche zu befriedigen, der, ohne sich eine Herrschaft über mich anzumaßen, vielmehr insoweit mein Sklave blieb, daß ich jeden Augenblick meine Beziehungen zu ihm lösen konnte, ohne seinerseits eine Indiskretion fürchten zu müssen. Zu einer solchen Entdeckung aber konnte nur der Zufall mich führen, und der Zufall war mir vorerst ungünstig. Auf Grund meines Debüts war ich am Kärntner Thor-Theater auf ein Jahr engagiert. Mein Kontrakt lief zu Ende und als es sich um Erneuerung desselben handelte, machte man mir gleichzeitig von Pest und Frankfurt aus Offerten. Ich liebe, als geborene Österreicherin, Wien, die schöne, glänzende Kaiserstadt und würde es wahrscheinlich vorgezogen haben, daselbst, wenn auch mit geringer Gage, zu verbleiben, wenn ich nicht um diese Zeit einen Brief meines Vaters empfangen hätte, der mich von einem bedeutenden Vermögensverluste unterrichtete, den er erlitten. Seit einem Jahre bedurfte ich zwar der Unterstützung meines Vaters nicht mehr, allein mein Herz trieb mich an, ihm durch die Tat zu danken für die bedeutenden Opfer, welche er meiner Ausbildung gebracht und ihm meinerseits die schweren Sorgen, in welche sein Verlust ihn momentan versetzte, nach Kräften zu erleichtern und dieser Umstand ließ mich die mir von Frankfurt aus gemachte Offerte, als die pekuniär vorteilhafteste, akzeptieren und somit sage ich Wien auf Jahre Lebewohl.
    Von Rudolphine verabschiedete ich mich in einem kurzen Besuche, so vollkommen hatte die Zeit und ihre Eifersucht unsere früher so innige Freundschaft ertötet.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).

  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 9

    Erotischer Roman (Kapitel IX)

    par W. Schröder-Devrient

    »Herr von R ... fragte mich, ob ich mit italienischem oder deutschem Texte meine Partien singen würde. Ich sah es ihm am Gesichte an, daß er gern noch eine Frage getan hätte, und ich wußte auch, welche es sein könnte, daher antwortete ich, daß ich trachten werde, wenigstens soviel ungarisch zu lernen, um meine Partien in dieser Sprache zu singen. Da es wenig Opern gibt, in welchen auch gesprochen wird, und die wenigsten Zuhörer auch nur ein Wort verstehen, so glaubte ich, daß dies nicht gar so schwer sein würde. Übrigens, setzte ich hinzu, würde ich mir einen Sprachlehrer halten.
    Herr von R ... empfahl mir eine Dame vom Theater, die nebenbei auch gut genug deutsch spräche, um mir Unterricht zu geben, und ich sagte, ich wollte sehen.
    In Ungarn ist es Sitte, die Besuchenden in jeder Stunde des Tages zu bewirten, wie hier überhaupt das Essen im Leben eine Hauptrolle spielt.
    Die Ungarn sind sehr große Sybariten.
    Auch ich lud die beiden Herren zu einer Nachmittagskollation ein, Herr von R ... entschuldigte sich mit Überhäufung an Geschäften und stand auf. »Wenn Du Lust hast zu bleiben«, sprach er zu seinem Neffen, »so gestatte ich Dir, von der gütigen Einladung des Fräuleins Gebrauch zu machen. Du kannst sie dann in der Stadt herumführen und ihr als Cicerone dienen. Sie besuchen doch auch unser Theater, mein Fräulein?« fuhr er zu mir gewendet fort. »Es wird Sie zwar nicht sehr unterhalten, weil es ein Trauerspiel ist und Sie davon nichts verstehen können. Benützen Sie Ihre Zeit nach Ihrer Lust. Morgen wollen wir dann das weitere besprechen.«
    Ich war froh, mit Arpad allein sein zu können; ich hatte mir vorgenommen, seine Lehrmeisterin in der Liebe zu sein und ihn gleich von vornherein daran zu gewöhnen, daß er sich allein meinen Launen füge.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).

  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 10

    Erotischer Roman (Kapitel X)

    par W. Schröder-Devrient

    »Anna hatte sich hinten hingekniet, sie spielte mit ihrer Zunge an einer anderen kleinen Öffnung, die in der unmittelbaren Nähe der Wollustgrotte gelegen war, und von welcher Grecourt die Ausstellung bei der Erschaffung des Weibes macht, daß der Abort zu nahe dem Lustpavillon sei. Dies muß die Kleine sehr gekitzelt haben, denn sie bewegte sich immer heftiger und die Krise wurde dadurch beschleunigt. Anna zerkratzte dabei des Mädchens ohnehin schon wunden Hintern, sie biß und sog das Blut aus den Wunden.
    »Ach, mein Gott!« rief das wollüstige Mädchen, »das ist zu stark, ich halte es nicht aus, ich werde mich bep bepis-pis-pissen!«
    Ich fühlte jetzt, wie ein heißer, etwas salziger Strahl in meinen Mund spritzte, das Mädchen wollte zurückweichen, ich aber preßte sie fester an mich und rief ihr zu: »Alles, gib mir alles!« so daß sie sich nicht mehr zurückhielt. Wenn es Champagner gewesen wäre, so hätte ich ihn nicht mit größerer Wollust geschluckt, und ich hätte, ich weiß nicht was, darum gegeben, wenn es noch einmal soviel gewesen wäre. Bald darauf entströmte auch der andere Saft aus dem Wollustborn, und zwar so reichlich, daß nicht einmal Arpad von mir soviel erhalten hatte, wie ich von der Kleinen.
    Damit endete dieses herrliche, mir unvergeßliche Spiel. Wir kleideten uns an. Ich schenkte dem Mädchen 20 Gulden, küßte und umarmte sie und sagte ihr, sie brauchte nun nicht wieder zu stehlen, denn ich wollte sie zu mir nehmen.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).

  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 11

    Erotischer Roman (Kapitel XI)

    par W. Schröder-Devrient

    »Ich wußte nicht gleich, ob er zwei Nabel oder zwei Amorpfeile hatte, denn der Letztere war nicht größer als eine Bohne. Die beiden Mädchen machten allerlei wollüstige Stellungen, um ihn zu reizen; es wollte aber nicht fruchten; da legte er sich auf drei nebeneinander stehende Stühle. Die eine band seine Hand- und Fußgelenke zusammen und ergriff die Rute, um ihn damit zu peitschen, während die andere ihm bald den Hintern, bald die Muschel zu riechen gab. Die Hiebe folgten minutenweise nacheinander, und schon beim dritten Streich sah ich einzelne kleine Blutstropfen durch die Striemen sickern. Beim zehnten Hieb waren die beiden hageren, durch einen weiten Schlund getrennten Flächen, denen ich nicht die Ehre antun darf, sie Backen zu nennen, schon so zerschunden, daß man nur eine große blutende Masse sehen konnte, wie bei einem geschlachteten Tiere; dennoch bat er das Mädchen, welches ihn so grausam zerfleischte, schneller und stärker zu schlagen, und roch und leckte die beiden Öffnungen der anderen. Ich hörte auch von Zeit zu Zeit einen gewissen trompetenden oder fagottartigen Ton, der seinen Ursprung in den Eingeweiden des von diesem geilen Satyr beschnüffelten Mädchens hatte, und er schien diese Düfte mit beiden Nasenlöchern aufzufangen.
    »So wird’s nicht gehen«, sagte er endlich stöhnend, »aber wenn Du mir ein Würstel gibst, dann wird’s gleich kommen. Krieg’ ich heute ein oder zwei Würsterl, Luiserl? Nicht wahr, zwei Würstel, zwei Würsterl? Bitte, bitte.«
    Er legte sich auf den Rücken, und das Mädchen, welches er berochen, setzte sich so, daß es mit ihrem Hintern gerade über seinem offenen Munde sich befand, während die andere sein sich nur schwach hebendes Szepter in ihre Wollustgrotte zu zwängen sich bemühte, indem sie sich auf ihn setzte. Wiederum hörte ich die Fagott-Töne und sah, was er so gewünscht, aus ihr in seinen Mund plumpsen; er fletschte und biß daran und stöhnte dabei. Erst diese unflätige Operation brachte sein Glied in die nötige Verfassung, der auch nach langem Herumzappeln eine Samenentleerung folgte.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).

  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 12

    Erotischer Roman (Kapitel XII)

    par W. Schröder-Devrient

    »Das Souper war ziemlich ausgelassen und der vorhergehenden Orgie angemessen. Nach demselben stellten sich noch einige Paare zusammen, um Liebe zu genießen, doch außer Ferry und drei Herren, die in dieser Beziehung noch etwas zu leisten im Stande waren, ließen die übrigen die Köpfe ihrer Ruten hängen und man schritt zur Preisverteilung. Ferry ward zum König der Liebe ausgerufen, nächst ihm kam der Herr, der mit zwei Damen gleichzeitig das Liebesspiel ausgeführt, dann einer, welcher dreimal Wollust genossen und gespendet. Meine Rivalin, die Fürstin O ..., in deren Gesellschaft ich Ferry angetroffen, hatte diesen ganz und für immer verloren. Ich redete ihm zu, wenigstens einmal mit ihr zu machen, was er mich so oft genießen ließ, er wollte aber nicht; doch bewog ich ihn zu einem Liebesspiel mit Venus.
    Um 4 Uhr morgens war die Orgie zu Ende. Außer uns beiden, Ferry und mir, Venus und noch ein paar Damen blieben die übrigen im Hause der Madame Luft; sie waren zu betrunken, um sich auf die Straße zu wagen.
    Im allgemeinen hatte ich die Bemerkung gemacht, daß die Pensionärinnen unserer Hauswirtin unter all den Bacchantinnen sich noch am anständigsten benahmen, sie ließen sich zu allem, was getan wurde, von den Herren bitten. Vielleicht machte nur Leonie davon eine Ausnahme, und es ging von ihr das Gerücht herum, daß auch sie zur betitelten Aristokratie gehörte, daß sie aus Wien von ihren Eltern durchgegangen war und geradewegs zu Madame Luft kam, um dieses unsichere Metier zu treiben.
    Ich fuhr mit Ferry nach meiner Wohnung. Rosa war noch immer munter und ging erst schlafen, als ich sie fortschickte. Ist es notwendig, Ihnen zu sagen, daß für uns beide, für Ferry und mich, der Liebeskrieg damit noch nicht zu Ende war?« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).

  • Aus den Memoiren einer Sängerin

    Memoiren einer Sängerin 13

    Erotischer Roman (Kapitel XIII)

    par W. Schröder-Devrient

    »Schon am nächsten Tage mahnte mich Ferry an die Erfüllung meines Versprechens. Er sagte, er bürge mir dafür, daß es niemand erfahren würde; doch ich müßte mich entschließen, eine kleine Reise zu machen. Er sagte nicht wohin.
    Es war im Frühjahr; das Wetter konnte nicht schöner sein, als er mir eröffnete, daß wir am nächsten Morgen Pest verlassen würden. Er blieb den ganzen Tag bei mir; er hatte überall seine Abschiedsvisiten gemacht und man glaubte, er habe Pest schon vor drei Tagen verlassen.
    Er sagte, dies geschehe, damit niemand wisse, wir seien miteinander fort. Die Zeit meines einmonatigen Urlaubs war gekommen; ich wollte in Preßburg, Prag und auf der Rückreise in Wien einige Gastrollen geben, und im Juli nach Pest zurückkehren.
    Wir verließen Pest an einem Sonntage um 2 Uhr nach Mitternacht. Wir benutzten weder das Dampfboot, noch die Eisenbahn, sondern fuhren auf dem Wagen Ferrys mit der Schnell- oder Bauernpost und trafen um 8 Uhr – beinahe zehn Meilen entfernt – in Reßmely ein, kamen nach Igmand und dann immer weiter in südwestlicher Richtung, so daß wir zu Mittag in dem berüchtigten Bakonyerwalde ankamen. Hier kehrten wir in einer Schenke ein, welche inmitten des Waldes liegt. Das Mittagsmahl war für uns schon bestellt. Einige Männer mit verdächtigen Gesichtern befanden sich im Hofe und in der Gaststube; sie waren bewaffnet mit Flinten, Pistolen und Beilstöcken. Ich hielt sie für Räuber, und es war mir ziemlich unheimlich zumute. Ferry unterhielt sich mit ihnen in ungarischer Sprache. Ich fragte ihn, wer diese Leute seien; er sagte mir, es seien arme Kerle, was gleichbedeutend mit Räubern ist. Er fügte hinzu, ich habe nichts von ihnen zu befürchten, ich würde mich sogar mit ihnen befreunden. Nachmittags, als wir in die Kalesche stiegen, ritten fünf dieser Menschen vor und neben uns her, einige von ihnen waren fortgegangen, ehe wir aufbrachen.« (Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin).


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