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Aus den Memoiren einer Sängerin

Memoiren einer Sängerin 7

Erotischer Roman (Kapitel VII)


Autor:

Alle Fassungen dieses Artikels:

Wilhelmine Schröder-Devrient, Aus den Memoiren einer Saengerin, Verlagsbureau, Altona, tome I, 1862 ; tome II, 1870.


VII

Am Schlusse meines letzten Briefes bin ich wider meinen Willen ernsthaft geworden! Das ist nun einmal eine Eigenheit meines Charakters. Immer sehe ich die Folgen der Dinge voraus, immer muß ich mir Rechenschaft von allen Eindrücken, Gefühlen und Erfahrungen geben. Selbst der heftigste Sinnenrausch hat diese Richtung meines Geistes nicht überwältigen können. Gerade heute komme ich zu einem Abschnitte in meinen Geständnissen, der Ihnen das beweisen wird.

Das Verhältnis mit meinem Franzl hatte seinen ungestörten Fortgang. Ich war stets vorsichtig, so daß meine Tante nicht das geringste merkte, ebenso blieben unsere Zusammenkünfte allen ein Geheimnis, die uns kannten und mit denen wir umgingen. Dabei hielt ich mit äußerster Strenge darauf, daß wir uns nie öfter als nur einmal in der Woche allein befanden, weil ich wohl fühlte, daß es sonst der Gesundheit und dem Wohlbefinden schädlich sein könne. Je mehr sich aber der Zeitpunkt näherte, wo ich zum ersten Male auftreten sollte, je zuversichtlicher wurde mein anfangs so ängstlicher Franzl. Er glaubte schon Rechte über mich gewonnen zu haben und wurde herrisch wie alle Männer, die sich ungestörten Besitzes bewußt sind. So hatten wir aber nicht gewettet! Kaum bemerkte ich das wiederholt, so stand auch mein Plan fest. Im Begriff, eine ganz besonders glänzende Karriere zu beginnen, sollte ich mich an einen unbedeutenden Menschen fesseln, den ich in jeder Beziehung übersah? Nimmermehr! Mit ihm brechen und in Unfrieden scheiden, das war gefährlich, denn wer hätte mir für seine Diskretion gestanden? Das mußte geschickt gemacht werden, und es gelang mir, das Verhältnis so zu lösen, daß er noch jetzt glaubt, ich hätte ihn geheiratet, wenn der Zufall uns nicht getrennt hätte. Dieser Zufall war aber eine wohlangelegte, feine Intrigue. Ich ließ meinen Gesanglehrer merken, daß sein Accompagnateur mich mit seinen Liebesanträgen verfolge und daß ich nicht abgeneigt sei, der glänzenden Laufbahn einer Künstlerin zu entsagen, um mich mit »einer Hütte und seinem Herzen« zu begnügen. Das genügte, um meinen Professor – der stolz darauf war, mich ausgebildet zu haben, und großen Vorteil für sich von meinem Auftreten erwartete – in Harnisch zu bringen. Natürlich beschwor ich ihn, meinen guten Franzl wegen seiner Liebe zu mir nicht unglücklich zu machen, weil ich sonst so viel weinen würde, daß gewiß meine Stimme sehr darunter leiden müsse. Auch das verfehlte seine Wirkung nicht; – kurz, Franzl bekam eine gute Anstellung in Pest beim dortigen Theater-Orchester; wir nahmen zärtlichen Abschied voneinander und ich war das Verhältnis mit ihm los, ohne daß ich etwas für meinen Ruf zu fürchten gehabt hätte.

Kurze Zeit nach unserer Trennung hatte ich mein erstes Debüt im Kärntner Thor-Theater. Mit welchem Glück und Erfolg, wissen Sie ja. – Ich schwamm in einem Meer von Wonne. Alle Welt kam mir entgegen, man drängte sich um mich; Applaus, Geld, Berühmtheit jagten sich aufeinander. Natürlich fehlte es auch an Courmachern, Enthusiasten und Liebhabern nicht. Der eine glaubte mit Gedichten, der andere mit kostbaren Geschenken zu seinem Ziele zu kommen, aber ich hatte bisher schon scharf beobachtet und überzeugte mich durch Erfahrung, daß eine Künstlerin weder ihre Eitelkeit, noch ihre Gefühle, am wenigsten aber ihre Sinne sprechen lassen darf, wenn sie nicht alles aufs Spiel setzen will. So blieb ich denn scheinbar kalt und abweisend gegen alles, was sich mir näherte, und kam denn auch bald in den Ruf einer unnahbaren Tugend. Niemand ahnte gewiß, daß ich nach dem Verlust Franzls wieder zu meinen verschwiegenen Freuden am Sonnabend zurückkehrte und den Genuß des warmen Bades mit noch ganz anderen Genüssen würzte. Nie habe ich mich aber verführen lassen, es öfter als einmal in der Woche zu tun, wozu die Sinne mich nur zu lebhaft aufforderten, namentlich wenn ich eine gute Rolle gesungen und die Huldigungen von allen Seiten mich aufgeregt hatten. Da ich jetzt von tausend Augen beobachtet wurde, so war ich außerordentlich vorsichtig in meinem Umgange, die Tante mußte mich auf Schritt und Tritt begleiten und niemand konnte mir das geringste nachsagen.

Das dauerte während des ganzen Winters. Ich war in Gehalt getreten und hatte mich zwar nicht glänzend, aber doch sehr behaglich eingerichtet, wurde in die beste Gesellschaft eingeführt und fühlte mich durchaus glücklich. Nur hin und wieder dachte ich mit Bedauern daran, daß ich meinen Franzl verloren; denn alles, was ich allein genoß, ließ doch immer nur den Wunsch nach einer vollständigeren Befriedigung zurück. Dafür sollte ein glückliches Zusammentreffen von Umständen während des Sommers Entschädigung bringen. Ich war in das Haus eines reichen Wiener Bankiers eingeführt worden und erhielt von der Frau desselben Beweise der aufrichtigsten Freundschaft. Ihr Mann hatte sich mir zu nähern gesucht in der Hoffnung, durch seinen Reichtum leichtes Spiel bei einer Theaterprinzessin zu haben. Als er wie alle anderen kühl abgewiesen wurde, glaubte er vielleicht leichteren, unverdächtigeren Zugang zu gewinnen, wenn er mich in sein Haus einführte. So wurde ich der fast tägliche Gast in jenem Hause, wies die fortgesetzten Nachstellungen des Mannes ab und gewann nach und nach, vielleicht gerade dadurch, die Freundschaft der Frau, die ich auf geschickte Art erkennen ließ, daß er vergebens bei mir schmachte. Rudolphine, so war der Vorname meiner Freundin, war 27 Jahre alt, eine reizende Brünette von den weichsten weiblichen Formen, ungemein lebhaft und feurig in allem, was sie tat, aber kinderlos geblieben und ihrem Manne, von dessen Nebenwegen sie wußte, ziemlich fremd geworden. Beide behandelten sich achtungsvoll, versagten sich auch die ehelichen Freuden nicht, aber die Ehe war dessen ungeachtet keine vertrauliche, gegenseitig hingebende. Wahrscheinlich wußte ihr Mann so wenig als ich, daß sie eine außerordentlich begehrliche Natur hatte, denn mit großer Geschicklichkeit wußte sie das zu verbergen. Ich sollte aber bald genug die überzeugendsten Beweise von ihren Neigungen erhalten. Mit dem Eintritt des warmen Wetters zog sie auf eine reizende Villa in Baden, wo der Mann sie regelmäßig an Sonntagen und sonst wenn es seine Geschäfte erlaubten, besuchte, dann wohl auch einige seiner Freunde mitbrachte. Dahin lud Rudolphine mich ein, als die Opernvorstellungen aufhörten, und die Erholung auf dem Lande war mir sehr willkommen. Bis dahin war zwischen uns von Musik, Toilette und Kunst die Rede gewesen; nun aber gewannen unsere Unterhaltungen sehr bald einen anderen Charakter. – Das Thema der Liebeleien ihres Mannes führte zu solchen Gegenständen überhaupt, und ich merkte rasch genug, daß sie die Flatterhaftigkeiten ihres Mannes nach den Entbehrungen maß, die er ihr dadurch auferlegte. Ihre Klagen wurden so deutlich, und sie machte so wenig Hehl aus dem Gegenstande derselben, daß ich mir sofort vornahm, die Rolle einer ganz Unschuldigen, ja bis zum Exzeß Unerfahrenen bei ihr zu spielen. Ganz richtig hatte ich damit ihre und aller jungen Frauen schwache Seite getroffen. Denn nun fing sie sogleich an, mich zu belehren, und je unwissender ich mich stellte, je unglaublicher mir alles vorkam, was sie mir begreiflich zu machen suchte, je eifriger wurde sie, je mehr gingen die Lippen über, wovon das Herz voll war. Es machte ihr das größte Vergnügen, mich über alle möglichen Dinge aufzuklären, von denen ich schon mehr als zu viel wußte. Ich kam anscheinend aus dem Erstaunen gar nicht heraus, und sie erstaunte wirklich, bei einer jungen Künstlerin, die mit so viel Feuer spielte, eine solche Unwissenheit zu finden. Schon am vierten Tage meines Aufenthaltes dort nahmen wir ein Bad zusammen, und da konnte es denn nicht fehlen, daß der Unterricht auch seine praktische Seite annahm. Je unbehilflicher und schamhafter ich mich stellte, je mehr Vergnügen schien es ihr zu machen, eine Novize einzuweihen. Je mehr ich mich zierte, je mehr kam sie ins Feuer, und da sie bei hellem Tageslichte und im Bade doch zu weiter nichts kam, als zum Kitzeln, Lachen und Scherzen, so sah ich voraus, daß sie ihren ganzen Scharfsinn anwenden würde, um mich eine Nacht mit ihr zubringen zu lassen. Die Erinnerung an jene erste Unterrichtsnacht im Bette Margueritens kam mit solcher Gewalt über mich – denn Rudolphine hatte einen reizenden Körper und schien außerordentlich reizbar – daß ich ihrem Wunsche mit größter Unbefangenheit auf halbem Wege entgegenkam, was sie abermals für vollendete Unschuld nahm. Sie glaubte mich zu unterrichten und ich führte sie am Gängelbande. Ihr Schlafzimmer war das reizendste, was man nur sehen konnte, denn es war mit allem Luxus, den einer der ersten Bankiers von Wien nur erdenken konnte, und mit allem Raffinement eines Bräutigams für die Brautnacht ausgestattet. – Rudolphine war hier zur Frau gemacht worden und erzählte mir, der wißbegierigen Unschuld, haarklein und ausführlich ihre Erfahrungen und Empfindungen, als die Blume ihrer Jungfräulichkeit gebrochen wurde. Da sie gar kein Hehl daraus machte, daß sie jetzt von sehr wollüstigem Temperament sei, so konnte ich ihr glauben, als sie versicherte, bis einige Monate nach ihrer zweiten Entbindung durchaus kein Vergnügen bei den damals sehr häufigen Umarmungen ihres Mannes empfunden zu haben und daß dies erst nach und nach erwacht sei. So unwahrscheinlich mir dies anfangs schien, da ich ja selbst so früh ein außerordentlich reizbares Temperament gehabt, so unbedingt bin ich doch von der Wahrheit überzeugt. Die Schuld soll häufig der Mann tragen, wenn er zu rasch nach dem Eindringen endet und es nicht versteht, die Sinnlichkeit der Frau aufzuregen oder sie auf halbem Wege zurückläßt.

Jedenfalls war Rudolphine für die anfänglichen Entbehrungen entschädigt worden, denn sie war in der Tat ein ebenso reizendes als begehrliches Weib, welches jetzt mit Unwillen die Vernachlässigung ihres Mannes ertrug. Ich erzählte Ihnen nichts von den Scherzen und Vertraulichkeiten, welche wir beide bei unserem Zusammenschlafen in ihrem breiten englischen Bette genossen. Sie waren äußerst schwelgerisch und besonders im Kusse und Aneinanderschmiegen der nackten Körper war Rudolphine unersättlich. Sie konnte beides stundenlang genießen und ahnte nicht, daß mir selbst das noch zu kurz war, weil ich immer nur zu dulden, nachzugeben und schamhaft zu erwidern schien.

Das Verhältnis sollte sich bald noch sehr viel interessanter gestalten, denn Rudolphine wußte sich in der Stille für die Flatterhaftigkeiten ihres Mannes schadlos zu halten. Dicht neben ihrer Villa wohnte ein italienischer Fürst, der in Wien lebte und seine Geldgeschäfte durch den Mann Rudolphinens betreiben ließ. Sein großer Reichtum machte den Bankier zum gehorsamen Diener des Italieners, der schon hoch in den Dreißigern, äußerlich ein sehr ernster, stolzer und wissenschaftlich gebildeter Mann schien, innerlich aber von der heftigsten Sinnlichkeit beherrscht wurde und dafür von der Natur mit einer außerordentlichen Körperkraft ausgerüstet war. Dabei war er der vollendetste Egoist, der mir je vorgekommen. – Er kannte nur ein Ziel: den Genuß in jeder Gestalt, nur ein Gesetz: mit unglaublicher Schlauheit vor den Folgen bei allen seinen Genüssen sich zu bewahren. Ich sollte diesen merkwürdigen Menschen sehr genau kennenlernen, freue mich aber heute noch darüber, daß er an mir seine Meisterin gefunden. Obgleich der Fürst öfter zum Diner oder Tee erschien, wenn Rudolphinens Mann auf der Villa uns besuchte, so hatte ich doch nicht die geringste Ahnung, daß er mit ihr in dem vertrautesten Verhältnis lebte, so vollkommen wußte er sich zu beherrschen. Nur der Zufall machte mich zur Mitwisserin, denn auch Rudolphine hütete sich wohl, mich ins Vertrauen zu ziehen. Die Gärten der beiden Villen stießen ebenso dicht aneinander als die Häuser, und ich bemerkte einst, als ich im Garten hinter einer Hecke Blumen pflückte, daß Rudolphine an einer Ecke des Scheidezaunes ein kleines Papier hervorzog, schnell in ihrem Busen verbarg und dann in ihr Zimmer ging. Da ich eine kleine Intrigue vermutete, schlich ich ihr nach, sah durchs Fenster, daß sie eifrig ein kleines Billet las, es dann sogleich mit einem Schwefelholz verbrannte und sich an den Schreibtisch setzte, um wahrscheinlich eine Antwort zu schreiben. Um sie sicher zu machen, eilte ich in mein Zimmer, sang laut, als ob ich studierte, setzte mich aber so, daß ich durch das Fenster die Stelle beobachten konnte, wo sie das Papier hervorgezogen. Meine Vermutung hatte mich denn auch nicht getäuscht. Bald darauf erschien Rudolphine im Garten, ging möglichst unbefangen am Zaune entlang, spielte mit den Blättern und machte das Verbergen der Antwort so geschickt, daß ich selbst es nicht bemerken konnte, die Stelle aber desto sorgfältiger im Auge behielt, wo sie sich am längsten aufgehalten. Kaum war sie wieder in ihrem Zimmer angelangt und kaum hatte ich die Überzeugung gewonnen, daß ein Besuch aus Wien sie fesselte, als ich auch schon im Garten war und mit leichter Mühe das hinter Blättern in eine Zaunspalte eingeklemmte Papier entdeckte. In meinem Zimmer eingeschlossen las ich:

»Heute nicht, Pauline schläft bei mir. Morgen schaffe ich sie mir vom Halse, weil ich ihr sagen werde, daß ich unwohl bin. Für dich bin ich es aber nicht. Also morgen wie gewöhnlich um 11 Uhr.«

Das Billet war in italienischer Sprache und mit sehr verstellten Schriftzügen geschrieben. Daß ich sofort alles durchschaute, werden Sie mir gewiß glauben. Mein Plan stand bald fest. Ich steckte das Papier nicht wieder an seinen Ort; dann kam der Fürst diese Nacht und überraschte uns beide im Bette. Ich, die Unschuldige, kam so in den Besitz ihres Geheimnisses, und ich sah voraus, daß ich auch nicht leer dabei ausgehen würde.

Wie der Fürst in das Schlafzimmer Rudolphinens gelangen sollte, davon hatte ich allerdings noch keinen Begriff. Wir hatten schon beim Frühstück verabredet, daß wir diese Nacht wieder zusammen schlafen würden, da sie die Zeit ihres Unwohlseins herannahen fühle. Die Schlaue glaubte mich zu täuschen und ich hatte sie längst in meinen Banden. Vor der Hand kam es nur darauf an, sie bis um 11 Uhr zum Einschlafen zu bringen, damit sie nicht im Augenblick seines Erscheinens noch ein Mittel fände, die Überraschung zu verhindern. Ich trieb daher schon früh zum Zubettgehen und war heute so ausgelassen, liebkoste sie so zärtlich und unaufhörlich, daß sie endlich vor Mattigkeit einschlief. Brust an Brust gedrückt, ihre Schenkel zwischen den meinigen, die Hände gegenseitig an der Quelle des Vergnügens, so lag sie schlafend und ich um so wacher und gespannter da. Das Nachtlicht hatte ich ausgelöscht und lauschte nun gespannt, ob meine List auch gelingen würde. Plötzlich hörte ich im Alkoven, der zur Garderobe diente, ein leises Knarren der Dielen, ein Schlurren wie von vorsichtigen Schritten, dann öffnete sich die Tür, ich hörte Atmen, ein Ablegen der Kleider, es näherte sich dem Bette auf der Seite, wo Rudolphine lag, und nun war ich meiner Sache gewiß. Natürlich schlief ich nun anscheinend um so fester. Der Fürst, denn in der Tat war es der Fürst, hob die Decke und legte sich neben Rudolphinen, die augenblicklich erschreckt erwachte und die ich am ganzen Leibe zittern fühlte. Jetzt erfolgte die Katastrophe. Er wollte sofort den oft bestiegenen Thron einnehmen, sie wehrte ihn ab und flüsterte ihm zu, ob er denn ihre Antwort nicht erhalten habe? Da, wo er hin wollte, faßte er meine Hand und meinen Schenkel. Nun schrie ich auf, wußte mich nicht zu fassen, zitterte und bebte, schmiegte mich an Rudolphinen und hatte meine Freude an dem entsetzlichen Schreck, den sie und der Fürst durch meinen Schrei bekommen haben mußten. Der Fürst hatte sich zu einem italienischen Fluche bei der Entdeckung hinreißen lassen und Rudolphine kam übel an, als sie mir beim Erkennen ihrer Lage weiß machen wollte, es wäre ihr Mann, der sie unerwartet besuche. Ganz aufgelöst machte ich ihr Vorwürfe, da ich ja die Stimme des Fürsten erkannt hätte, meine Jugend und meine Schamhaftigkeit einer so fürchterlichen Szene preiszugeben. Rudolphine verlor ihre ganze Geistesgegenwart und wußte nicht, was sie sagen, wie sie sich benehmen sollte. Der Fürst aber, als vollendeter Galanthomme, übersah sehr bald, daß nun nichts mehr zu verlieren, aber jedenfalls ein erhöhter Reiz für ihn zu gewinnen sei. Das hatte ich von ihm erwartet, ja gerade darauf meine Berechnung gegründet. Mit liebenswürdigen Scherzworten, die dem sonderbaren Abenteuer gleich die Spitze abbrachen, eilte er erst zu den Türen des Schlafzimmers, zog die Schlüssel aus und legte sich dann so in das Bett, daß Rudolphine zwischen uns lag. Nun erfolgten Entschuldigungen, Explikationen, Vorwürfe, die indessen zu nichts weiter als der Überzeugung führten, daß sich nun einmal nichts an der Sache ändern lasse und daß wir alle drei verschwiegen sein müßten, wenn nicht jeder von uns die unangenehmsten Folgen von diesem Zusammentreffen unerklärlicher Zufälle haben wolle. Mit jedem Worte des Fürsten wurde Rudolphine zutraulicher und mutiger, und ich führte sie durch abgebrochene Klagen und schluchzende Vorwürfe darauf hin, daß sie eigentlich gar nichts Besseres tun könne, als mich zur Teilnehmerin, also zur Mitschuldigen ihres verbotenen Verhältnisses zu machen. Sie sehen, Marguerite hatte mir nicht umsonst von ihrem Abenteuer in Genf erzählt. In der Hauptsache war es mit mir in Baden dasselbe und doch wie verschieden, da der Fürst ebenso gut wie Rudolphine nicht ahnte, daß sie nur die Marionetten in meiner Hand waren!

Rudolphine machte nunmehr kein Hehl gegen mich mit ihrem schon längst vertrauten Verhältnisse zum Fürsten, sondern weihte ihn auch in alles ein, was sie mit mir getrieben und was ich, die kleine Unschuldige, mit mir hatte treiben lassen, ja wie ich vor Neugierde brenne, über gewisse Dinge recht genau unterrichtet zu werden. Ich merkte, wie diese Schilderung den Fürsten in Feuer und Flammen setzte, und je fester ich Rudolphinen den Mund zuhielt, je lebendiger wurde sie in der Schilderung meiner Neugierde, meiner nur von der Scham zurückgehaltenen Sinnlichkeit und meiner verborgenen Schönheiten. Ich merkte auch, daß der Fürst nicht müßig blieb, denn ich fühlte, wie er seine Schenkel zwischen die Schenkel Rudolphinens drängte und so, ohne sich auf sie zu legen, von der Seite zu seinem Ziele zu kommen suchte, denn seine Beine berührten dabei hin und wieder die meinigen. Während ich schluchzte und dabei vor Neugierde hätte vergehen mögen, sprach Rudolphine immer weiter, aber bei jeder Bewegung, die der Fürst machte, abgebrochener, dann fing auch sie an, sich zu bewegen und suchte in der beginnenden Exstase mit ihrer Hand auch mich an ihrem Vergnügen teilnehmen zu lassen, was ich auch gar nicht hinderte, sondern scheinbar bewußt mir gefallen ließ. Plötzlich bemerkte ich aber, daß sich auch eine andere Hand dahin verirrte, wo Rudolphine schon beschäftigt war. Das durfte ich nicht leiden, wenn ich meiner Rolle treu bleiben wollte. Ich wendete mich daher entrüstet nach der Wand um, und, da auch Rudolphine ihre Hand zurückzog, nachdem sie der Hand ihres Liebhabers auf diesem verbotenen Pfade begegnet war, so war ich mir selbst überlassen und mußte möglichst unbemerkt das selbst erledigen, was meine Bettgenossen bei mir begonnen. – Kaum hatte ich aber den Rücken gewandt, als jene Beiden durch den steigenden Genuß jede Scheu und Rücksicht zu verlieren schienen. Der Fürst stürzte sich unter den zärtlichsten Liebesworten über Rudolphinen hin, die ihre Schenkel weit auseinanderspreizte und vor Wollust tief aufseufzend nun den lieben Gast in einer natürlichen Lage empfing. Ich fühlte jeden Stoß an der Erschütterung des Bettes und war auf jeden neidisch. Obgleich ich nichts sehen konnte, so stand doch das Bild deutlich vor meinen Augen und entflammte mich so heftig, daß in dem Augenblicke, wo beide seufzend, tiefaufatmend und zuckend in einander überflössen, auch bei mir ein brennend heißer Strom in ganz ungewöhnlicher Fülle hervorschoß und mich fast sinnlos machte.

Die Praxis war vorüber, nun sollte nach kurzer Erholung die Theorie folgen. Ich weiß nicht, ob absichtlich oder zufällig, aber der Fürst war so von Rudolphinen herabgesunken, daß er nun in der Mitte zwischen uns beiden lag, doch machte er nicht die geringste Bewegung, welche mich hätte scheu machen oder erschrecken können. Ich wußte recht gut, daß meine Stärke und meine Überlegenheit gegen das überraschte Paar im Schweigen bestand, und wollte abwarten, welche Mittel beide anwenden würden, um die Mitwisserin unschädlich zu machen. Sie versuchten es denn auch abwechselnd auf die verschiedenste Art: Zuerst bewies mir Rudolphine, daß sie bei der offenbaren Vernachlässigung ihres Mannes und bei seinen Versuchen bei anderen Frauen, – von denen ich ja auch belästigt worden sei, vollkommen Recht habe, sich in den Armen eines so liebenswürdigen, gebildeten und vor allen Dingen diskreten Kavaliers schadlos zu halten. In der Blüte ihrer Jahre könne und wolle sie die süßesten Entzückungen auf Erden nicht entbehren, und um so weniger, als auch die Ärzte ihr geraten hätten, ihrem Temperamente keine Gewalt anzutun. Ich wisse ja von ihr, daß sie nun ein lebhaftes Temperament habe, so gut, wie sie von mir wisse, daß ich auch keineswegs gleichgültig für die Liebe sei, obgleich ich mich vor den Folgen fürchtete. Sie wollte mich nur daran erinnern, was wir beide heute Abend schon zusammen getrieben, ehe der Fürst sie auf so unbegreifliche Weise überraschte. Wieder wollte ich ihr den Mund zuhalten, aber das ging nicht über meinen Nachbar hinweg, der nun meine Hand ergriff und zärtlich, aber nicht ungestüm küßte. Nun war die Reihe an ihm. Seine Aufgabe war keine leichte, denn er mußte jedes Wort wägen, um Rudolphinen nicht zu verletzen, aber ich hörte es dem Ton seiner Stimme an, daß ihm doch viel mehr daran lag, mich sobald als möglich zu gewinnen, als Rudolphinen bei guter Laune zu halten, da diese doch in alles willigen mußte, wenn sie nicht Gefahr laufen wollte, das bis dahin so geschickt verhüllte Geheimnis entdeckt zu sehen. Ich weiß nicht mehr, was er alles sprach, um mich zu beruhigen, sich zu entschuldigen, mir zu schildern, daß ich nichts von ihm zu fürchten habe; aber ich weiß genau, daß die Wärme seines nackten Körpers mich berauschte, daß seine Hand erst meine Brust, dann den ganzen Leib und endlich den Mittelpunkt seiner und meiner Wünsche liebkoste, wodurch ich in einen unbeschreiblichen Zustand geriet. Der Fürst ging langsam aber sicher vor. Nur einen Kuß wollte ich nicht, weil er sehr bald gemerkt haben würde, daß ich vor Begierde brannte, ihn zu erwidern. Ich kämpfte mit mir, ob ich nicht lieber der ganzen Komödie ein Ende machen und mich ohne weitere Ziererei den nun einmal mächtigen Umständen ergeben sollte, aber dann gab ich ja meinen Vorteil über die beiden Sünder auf, ließ den Faden für meine Marionetten aus der Hand und wäre ja überdies der Möglichkeit ausgesetzt gewesen, von dem starken, außerordentlich wollüstigen Manne zu empfangen; denn daß der Fürst sich nicht mäßigen würde, wenn er einmal als Sieger eingezogen war, das hatte ich aus der Heftigkeit gemerkt, mit welcher er bei Rudolphinen endigte. Da hätte wahrlich weder Bitten noch Zureden, noch eine zurückhaltende Bewegung von meiner Seite geholfen; und wußte ich denn, daß ich überhaupt fähig sein würde, im Augenblicke der Entscheidung zurückzuhalten? – Meine ganze Karriere stand auf dem Spiele. Ich blieb also fest, ließ mir alles gefallen, aber erwiderte nichts und setzte augenblicklich den ernstesten Widerstand entgegen, wenn der Fürst Miene machte, mehr als Spiel zu verlangen. Rudolphine wußte nicht mehr, was sie mir sagen und was sie mit mir anfangen sollte, aber sie fühlte, daß noch in dieser Nacht mein Widerstand besiegt werden müsse, um am nächsten Tage noch die Augen vor mir aufschlagen zu können. Um mich aufzuregen, – was sie wahrlich nicht mehr nötig hatte, – kam sie mit dem Kopf zu mir herüber, küßte mich, saugte an meinem Busen und warf sich schließlich zwischen meine Schenkel, heftete den Mund auf den Eingang zu dem noch unentweiht geglaubten Tempel und begann ein so reizendes Spiel, daß ich ihr volle Freiheit ließ. Der Fürst war bei ihrer Annäherung beiseite gerückt und ließ Rudolphinen, welche neben mir kniete, gewähren, während er selbst mich mit äußerster Erregung küßte, so daß oben seine und unten Rudolphinens Küsse mich bedeckten. Da ich keinen Widerstand mehr leistete, weil ja der Mittelpunkt geschützt war, so führte er meine Hand an sein Szepter und ich folgte anscheinend willenlos seiner Leitung; dabei mußte ich aber zwischen den Schenkeln der knienden Rudolphine hindurchfassen und merkte recht gut, daß er mit der anderen Hand da beschäftigt war, wo sich vor kurzem das Szepter befunden, welches ich jetzt in der Hand hatte und nach seiner Anleitung streicheln, umschließen und drücken mußte. Das war verwickelt, aber unbeschreiblich reizend, und ich bedauere nur, daß es dunkel war, denn so etwas muß man auch mit den Augen genießen! Aus den zitternden und zuckenden Bewegungen Rudolphinens erkannte ich bald, daß sowohl ihr Küssen und das Saugen bei mir, als die Hand des Fürsten bei ihr neue Begierden erweckt hatte, denn sie dehnte und spreizte sich so heftig, daß der Fürst sich plötzlich erhob und eine mir bis dahin noch unbekannt gebliebene Stellung einnahm. Er beugte sich nämlich von hinten her über sie und drang so in sie ein. Natürlich hatte ich die Hand in dem Augenblicke zurückgezogen, wo sich der Fürst aus seiner liegenden Stellung erhob; er aber ergriff sie wieder und führte sie ungeachtet an den Ort, wo er sich auf das Innigste mit Rudolphinen vereinigte. Dort lehrte er meine Hand eine Beschäftigung, wie ich sie noch nicht geahnt, denn sie kam beiden Genießenden zugute. Bald mußte ich den unteren Teil seines Dolches umfassen, bald die Scheide, die ihn aufnehmen sollte, kitzeln. Anscheinend widerstrebend, war ich doch gelehrig, und da Rudolphine immer leidenschaftlicher saugte und küßte, je höher ihre Wollust stieg, so mußten wir wohl alle drei gleichzeitig die höchste Stufe des Genusses erklimmen. Es war berauschend, schwelgerisch, aber auch so anstrengend, daß wir alle drei wohl eine Viertelstunde wie leblos nebeneinander lagen. Dabei war uns in der warmen Sommernacht so heiß geworden, daß wir es kaum noch unter der leichten Decke aushalten konnten und so weit das Bett nur irgend erlaubte, auseinanderrückten. Endlich hatten wir uns erholt und nun folgte der heißen Tat wieder das kühle Raisonnement. Der Fürst sprach so ruhig über das vom Zufall herbeigeführte Verhältnis, als verabrede er eine Landpartie mit uns. Auf Rudolphinens Plauderhaftigkeit fußend, gab er sich gar keine Mühe, mich überhaupt zu gewinnen, sondern begnügte sich nur, meine Scheu vor den Folgen zu bekämpfen. Aus der Gelehrigkeit meiner Hand und aus dem Vergnügen, das meine hochklopfende Brust, meine zitternden Schenkel über das Zungenspiel Rudolphinens am Mittelpunkt meiner Weiblichkeit verrieten, hatte er sehr wohl erkannt, daß er für die Sache selbst auf keine zu großen Schwierigkeiten stoßen würde; aber er mußte mir die Möglichkeit einer Gefahrlosigkeit beweisen und das versuchte er denn auch mit der ganzen Geschicklichkeit eines vollendeten Welt- und Lebemannes. So überließ er den sicheren Sieg der Zeit und bat nicht einmal um eine Wiederholung dieser schönen Nacht. Gegen 1 Uhr nach Mitternacht mußte er uns verlassen, da es schon sehr früh hell wurde und er der Sicherheit und dem Geheimnisse des Genusses bereitwillig die Dauer und Bequemlichkeit desselben aufopferte. Er hatte aus dem Garderobenzimmer eine kleine Treppe, ein Fenster nach dem Flure, eine Treppe nach dem Boden und dort eine Dachluke zu passieren, ehe er auf den Boden seines Hauses und von dort allerdings unbemerkt in seine Wohnung gelangen konnte. Der Abschied war ein wunderbares Gemisch von Zärtlichkeit und Befangenheit, Scherzen, Abwehr und Vertraulichkeit. Als er glücklich fort war, hatte weder Rudolphine Lust zu weiteren Explikationen, noch ich Lust, mich schon jetzt an sie zu ergeben. Wir waren beide so müde und angegriffen, daß wir bald fest einschliefen und erst spät erwachten. Ich stellte mich trostlos, auf diese Art in die Hände eines Mannes gefallen zu sein und tief gekränkt, daß sie ihn von unseren geheimen Vergnügungen unterrichtet hatte. Sie merkte es gar nicht, wieviel Vergnügen es mir machte, mich von ihr trösten und beruhigen zu lassen.

Natürlich schlug ich es ab, auch in der nächsten Nacht bei ihr zu schlafen, denn so etwas sollte mir nicht wieder passieren, meine Sinne sollten mir gegen meine bessere Überzeugung keinen Streich mehr spielen, ich würde daher allein schlafen und sie sollte nur nicht denken, daß ich je dem Fürsten gestatten würde, was sie ihm gestattet habe, sie sei verheiratet und dürfte also vor aller Welt schwanger sein, ich aber als Künstlerin und von tausend Augen beobachtet, würde mich unglücklich machen.

Wie ich erwartet hatte, kam sie jetzt mit den Sicherungsmitteln heraus, erzählte mir, daß sie die intime Bekanntschaft des Fürsten in einer Zeit gemacht, wo sie ihrem Manne infolge eines Zerwürfnisses wegen einer von ihm begangenen Untreue lange Zeit keine Gunstbezeugung gewährt, also auch nicht schwanger werden durfte, da habe der Fürst ihre Besorgnis durch den Gebrauch eines Domino-Condoms verscheucht, und damit könne ich es ja auch versuchen. Später habe sie sich überzeugt, daß der Fürst trotz seiner außerordentlichen Leidenschaftlichkeit beim Genüsse der Liebe, doch so viel Besonnenheit zu bewahren wisse, um stets Herr seiner Empfindungen zu bleiben. Er verstünde auch noch auf andere Weise den Ruf und die Ehre der Frauen zu schonen, und wenn ich nur hübsch artig sein wolle, würde ich auch das noch erfahren, – kurz, sie redete mir auf alle mögliche Weise zu, mich ganz dem Fürsten zu überlassen, dann stellte sie mir die heitersten und glücklichsten Stunden in Aussicht. Ich ließ sie merken, daß ihre Schilderungen und Verheißungen auf einen wirklich fruchtbaren Boden bei mir fielen, aber ich blieb auch bei meiner Scheu und Ängstlichkeit.

Gegen Mittag machte der Fürst Rudolphinen einen kurzen Besuch, eine Anstandsvisite, die auch mir gelten sollte, aber ich ließ Unwohlsein vorschützen und erschien nicht. Um so gewisser konnte ich erwarten, daß beide Maßregeln verabreden würden, um meinen Widerstand zu überwinden und mich zur vertrauten Genossin ihres geheimen Umganges zu machen. Da ich nicht mehr bei Rudolphinen schlafen wollte, so mußten sie auf ein Mittel sinnen, mich in meinem Schlafzimmer zu überraschen und zwar so bald als möglich, denn sie durften mir keine Zeit lassen, mich zu besinnen und vielleicht gar in die Stadt zurückzukehren. Der Erfolg lehrte, daß ich ganz richtig kalkuliert hatte.

Am Nachmittag und Abend sprach Rudolphine gar nicht mehr von der vergangenen Nacht, aber sie begleitete mich in mein Schlafzimmer, schickte die Kammerjungfer fort, nachdem ich zu Bette gegangen war, schloß selbst die Tür des Vorzimmers hinter ihr ab, so daß niemand von der Dienerschaft in die vorderen Zimmer kommen konnte, setzte sich dann auf mein Bett und begann nun um so eindringlicher auf mich einzureden, – mir alles so schön, so einladend, so gefahrlos als möglich zu schildern. Natürlich tat ich so, als wenn ich gar nicht ahnte, daß der Fürst schon in ihrem Zimmer, vielleicht schon vor der Türe des meinigen sei, und unser Gespräch mit anhörte, um im richtigen Augenblick erscheinen zu können. Und doch sagte mir mein Scharfsinn, daß es gar nicht anders sein könne. Ich mußte also geschickt nachgeben und stufenweise auf ihr Zureden eingehen.

»Aber wer steht mir dafür, daß der Fürst sich wirklich eines Dominos bedient, wie du ihn mir schilderst?«

»Dafür stehe ich dir ein. Glaubst du, ich würde ihm bei dir mehr gestatten, als ich ihm anfangs bei mir gestattet habe? Ich selbst sorge dafür, daß er nicht ohne Domino auf diesem Balle erscheint!«

»Aber es muß ja schrecklich weh tun. Du weißt, er hat mir die Hand geführt und mich gezwungen, zu fühlen, wie stark er ist!«

»Im ersten Augenblicke wird er dir vielleicht etwas weh tun, aber auch dafür gibt es Mittel. Du hast ja Mandelöl und Goldcreame in deiner Toilette; damit salben wir den drohenden Feind, so daß er leicht eindringt.«

»Und du bist überzeugt, daß auch kein Tropfen jenes gefährlichen Saftes durchdringen und mich unglücklich machen kann?«

»Hätte ich mich sonst ihm hingegeben? Damals hätte ich alles Mögliche von einer Unvorsichtigkeit riskiert, weil ich meinem Manne allen Umgang versagte. Erst als ich mich mit ihm versöhnt hatte, gestattete ich dem Fürsten einen unbeschränkten Genuß. Aber auch jetzt sorge ich ein jedes Mal dafür, daß mein Mann zu mir kommt, wenn der Fürst bei mir gewesen ist und zwar nie über acht Tage hinaus, so daß nie eine Entdeckung möglich ist, wenn ich selbst schwanger würde.«

»Das ist ein schrecklicher Gedanke für mich! Und dann die Scham, mich einem Manne hinzugeben! Ich weiß nicht, was ich tun soll. Du schilderst mir das alles so reizend und meine Sinne raten mir so gebieterisch, deinem Rate zu folgen, daß ich um alles in der Welt nicht noch eine Nacht wie die gestrige erleben möchte, denn ich fühle nur zu deutlich, daß ich trotz aller Scham und trotz aller Besorgnis nicht die Kraft haben würde, zu widerstehen. Du hast ganz recht, der Fürst ist ein ebenso schöner als liebenswürdiger Mann und du kannst dir gar nicht vorstellen, welche Gefühle in mir wach wurden, als ich hörte, wie glücklich ihr beide dicht neben mir wäret.«

»Auch ich hatte ein doppeltes Vergnügen, als ich dir in demselben Augenblick einen – wenn auch noch unvollkommenen Genuß bereitete, wo er bei mir auf das Höchste gestiegen war. Nie hätte ich geglaubt, daß ein Genuß zu dreien so reizend sein könnte, als ich gestern an mir selbst erfahren! Ich hatte zwar schon oft davon gelesen, aber die Schilderungen schienen mir übertrieben. So widerwärtig mir der Gedanke ist, daß sich eine Frau zweien Männern überlassen könnte, so reizend und unwiderstehlich scheint mir das Verhältnis von zwei Frauen – mit einem diskreten und verständigen Manne – wohlverstanden, wenn die beiden Frauen wirkliche Freundinnen sind, wie wir beide, – die eine darf aber auch nicht schamhafter und scheuer sein, als die andere. Und das ist vor der Hand noch dein Fehler, mein süßes Paulinchen.«

»Gut, daß dein Fürst nicht hier ist und unser Gespräch nicht belauschen kann! Ich wüßte gar nicht, wie ich mich gegen ihn verteidigen sollte, wenn er wüßte, daß ich durch deine Gespräche wie von innerem Feuer verzehrt werde. Fühle nur einmal selbst, wie heiß ich hier bin und wie alles an mir zuckt.«

Dabei entblößte ich mich, öffnete die Schenkel und drehte mich so, daß wenn jemand durch das Schlüsselloch sah, ihm auch nicht das Geringste entgehen konnte. War aber der Fürst da, so mußte er jetzt kommen – und er kam!

Wie ein vollkommen erfahrener Weltmann fühlte er sehr wohl, daß jetzt Worte ganz überflüssig waren, daß erst der Sieg errungen werden mußte und dann noch immer Zeit zu Erklärungen wäre. Aus dem Benehmen Rudolphinens sah ich deutlich, daß sie alles so verabredet und vorbereitet hatte. Ich wollte unter die Decke flüchten, Rudolphine hatte sie aber fortgezogen. Ich wollte weinen, Rudolphine erstickte mich lachend mit ihren Küssen. Aber wenn ich erwartete, nun auch meinen längst gehegten Wunsch erfüllt zu sehen, so hatte ich doch eins nicht mitberechnet; die Eifersucht Rudolphinens, die trotz der Notwendigkeit, mich bald zu ihrer Mitschuldigen zu machen, trotz ihrer Besorgnis, doch im Augenblicke des Gelingens, ihren Plan scheitern zu sehen, mir doch nicht die Erstlinge ihres heutigen Genusses gönnte. Mit einer Schlauheit, um die ich sie beneidete, die ich aber nicht durchkreuzen durfte, wenn ich nicht aus der Rolle fallen wollte, sagte sie dem Fürsten, daß ich zwar endlich eingewilligt habe und zu allem bereit sei, daß ich mich aber erst von der vollkommenen Unschädlichkeit des anzuwendenden Mittels überzeugen wolle und daß sie sich daher, aus Freundschaft für mich, zu einer Probe vor meinen Augen hergeben wolle. Ich sah dem Fürsten an, daß er ebenfalls auf ein solches Anerbieten nicht vorbereitet gewesen war und daß ihm der Versuch bei mir wünschenswerter gewesen wäre, als bei Rudolphinen. Rudolphine zog aus der Tasche seines Schlafrockes einige jener Überzüge, blies in einen derselben, um mich zu überzeugen, daß er ganz luftdicht sei, feuchtete ihn an und zog ihn unter Scherzen und Liebkosungen über. Dann warf sie blitzschnell die leichte Kleidung ab, stürzte sich neben mich auf das Bett, zog den Fürsten über sich hin und forderte mich auf, mir nun alles recht genau anzusehen, damit ich meine törichte Ängstlichkeit verlöre.

So sah ich denn nun auch wirklich alles, – sah das Entzücken dieser beiden schönen Menschen, sah seine Kraft und ihr wollüstiges Vergehen, sah ihn eindringen und sie ihm entgegenkommen, sah beide alles um sich her vergessen und mit jedem Stoße die Exstase steigen – und endlich erfolgte unter zitterndem Seufzen der Erguß.

Rudolphine öffnete ihre Schenkel nicht eher, um ihn aus ihrer Umschließung zu entlassen, bis sie wieder ganz zu sich gekommen war, mit freudestrahlendem Gesicht den Domino herauszog und mir triumphierend zeigte, daß auch nicht ein Tropfen übergeflossen sein konnte. Sie gab sich alle mögliche Mühe, mich über dasjenige zu belehren, was ich ja schon längst durch Marguerite wußte, aber mir nicht zu verschaffen verstanden hatte, sonst hätte es Franzl mir gewiß anwenden müssen. Rudolphine war ganz ausgelassen vor Vergnügen, daß es ihr gelungen war, selbst an diesem Abende, wo der Fürst sich offenbar nach ganz anderer Speise sehnte, mir ihre Suprematie zu beweisen und von ihm die Erstlinge seiner Kraft zu erhalten. Aber ich nahm mir vor, späterhin Revanche zu üben. Der Fürst war von außerordentlicher Liebenswürdigkeit. Weit entfernt, seine errungenen Vorteile zu benutzen, behandelte er uns beide mit der größten Zartheit, nahm nichts, was ihm nicht gewährt wurde und sprach mit hinreißendem Feuer von dem Glück, welches ein günstiger Zufall ihm durch die Bekanntschaft mit zwei so reizenden Frauen verschafft und malte das nun zwischen uns beginnende Verhältnis mit den gefälligsten Farben aus. So füllte er die Zeit, die er zu seiner Erholung und zum Wiedererwachen (denn er war kein Jüngling mehr und blieb selbst im verführendsten Genüsse mäßig) seiner Kraft bedurfte, aus.

Endlich war der Augenblick gekommen! Er beschwor mich, ihm ganz zu vertrauen und einen vielleicht eintretenden Schmerz zu ertragen. Rudolphine machte mit der schalkhaftesten Sorgfalt die Toilette des Siegers, der ich natürlich durch die Finger zusah. Wohlriechender Goldcreame wurde weder bei mir noch bei ihm gespart und so war denn endlich der langersehnte Augenblick gekommen, wo ich einen wirklichen Mann in mich aufnehmen sollte. Ich hatte mir schon längst überlegt, wie ich den Fürsten über den Glauben an eine sogenannte Jungfernschaft täuschen sollte, denn jener erste Gebrauch von Margueritens Godemiche hatte mich ja dieses, bei den Männern in so hohem Preise stehenden Vorzuges beraubt, und ich machte in der Tat meiner Überlegung Ehre. Da ich mich einmal hingegeben und mich einverstanden erklärt hatte, die Dritte im Bunde zu sein, so tat ich so, als ob ich alle Ziererei verbannte und ließ mit mir machen, was beide wollten. Rudolphine legte mich nun so auf das Bett, daß mein Kopf an der Wand, die Schenkel auf dem Rande des Bettes und so weit als möglich gespreizt lagen. Um das zu können, stellte sie den einen Fuß auf den vor dem Bette stehenden Nachttisch und den anderen auf die Lehne eines anderen herangerückten Stuhles. Mit flammenden Blicken betrachtete der Fürst die ausgebreitet vor ihm daliegenden Schätze, die ich vergeblich mit der Hand zu bedecken suchte. Mit seinen brennenden Küssen brachte er meine Hand dort fort und senkte dann die Lanze, um den Eingang zu suchen. Ohne alle Heftigkeit, zart und schmeichelnd, strich er erst mit der besalbten Spitze die ganze Öffnung auf und nieder, wobei Rudolphine mit gierigen Augen allen seinen Bewegungen folgte. Nun stellte er aber die Spitze herunter an den eigentlichen Eingang und drückte sie so sanft als möglich hinein. Bis dahin hatte ich wohl ein angenehmes Gefühl gehabt, aber zu einem wollüstigen Gefühl war es nicht gekommen. Nun tat es mir wirklich weh und ich fing an zu wimmern. Rudolphine redete mir zu, saugte an meiner Brust, fühlte selbst dahin, wo der Fürst Einlaß begehrte und riet mir, mich mit den Schenkeln möglichst hoch zu heben. Mechanisch folgte ich dem Rate und nun stieß der Fürst plötzlich mit solcher Kraft zu, daß er zwar über die Hälfte eindrang, ich aber einen lauten Schmerzensruf ausstieß und in allem Ernste an zu weinen fing. Doch lag ich wie ein Opferlamm, weil ich fest entschlossen war, heute endlich zu meinem Ziele zu gelangen. Der Fürst bewegte sich nur langsam hin und her und versuchte, noch tiefer einzudringen, aber ich fühlte deutlich, daß er keinen Raum mehr in mir hatte, daß ein Muskel, ein Häutchen, kurz irgend etwas im Wege sei. Rudolphine hatte mir ein Tuch auf den Mund gelegt, um ein abermaliges Aufschreien zu verhindern; ich biß hinein und duldete, was ich lange ersehnt hatte, fühlte aber, daß mir eine warme Flüssigkeit die Schenkel herabrieselte. Rudolphine sah dorthin und jauchzte plötzlich »Blut! Blut! Lieber Fürst, ich gratuliere zu einer so reizenden Jungfernschaft!« Kaum hörte das der Fürst, der bis dahin so sanft als möglich vorgegangen war, so schien er ganz außer sich zu geraten, vergaß jede Schonung und stieß nun auch so heftig hinein, daß ich seine Haare auf den meinigen fühlte. Diesmal hatte er mir nicht so wehe getan, als bei dem ersten Eindringen, und überhaupt war nun das Schmerzliche der Operation vorüber; aber ich kann nicht sagen, daß meine Erwartungen befriedigt worden wären. Ich sah meinen Besieger leidenschaftlich werden und fühlte auch plötzlich etwas Warmes in meinem Innern, dann die Härte erschlaffen und den Teil herausschlüpfen, aber ich würde eine vollkommene Unwahrheit sagen, wenn ich von einem Vergnügen erzählen wollte. Nach den Erzählungen Margueritens, den eigenen Versuchen und besonders, was ich von meinen Eltern gesehen, hatte ich mir den endlichen Genuß ganz anders vorgestellt! Vergnügen fand ich nur darüber, daß meine List und meine Berechnungen so vollständig gelungen waren. Während ich es für das Beste hielt, in Ohnmacht zu liegen, hörte ich, wie entzückt der Fürst über die unzweifelhaften Zeichen meiner Jungfernschaft war, und in der Tat hatte mein Blut das Bett und seinen Schlafrock bespritzt. Das war mehr, als ich nach den selbstgemachten Versuchen, namentlich mit dem Godemiche, hatte erwarten können. Freilich war doch noch ein Unterschied zwischen jenem und der vollen Mannesstärke des Fürsten! Jedenfalls war es nicht mein Verdienst, sondern ein glücklicher Zufall, wie denn überhaupt das sogenannte Entjungfern ein Hirngespinst ist. Ich habe viel darüber mit Frauen gesprochen, aber das Widersprechendste hören müssen. Viele Mädchen sind von ihrer ersten Entwicklung so weit gebaut, daß von einem Widerstände beim Eindringen gar nicht die Rede ist. Andere bleiben trotz wiederholten Genusses so eng geschlossen, daß jeder Genuß den Reiz eines ersten für den Mann hat. Überdies ist eine Täuschung des Mannes leicht, wenn er nur sonst an die Sittlichkeit eines Mädchens glaubt. Kommt es überhaupt darauf an, zu täuschen, so braucht das Mädchen nur einen gewissen, regelmäßig wiederkehrenden Zeitpunkt zu benutzen. Einiges Zurückziehen, Herumwerfen und Wimmern, so schwört der glückliche Sieger auf die Erstlinge, und Blutspuren aus einer ganz anderen Quelle machen ihn blind.

Aber es ist Zeit, daß ich aus meiner Ohnmacht erwache. Meinen Willen hatte ich nun gehabt; jetzt kam es darauf an, auch zu genießen und doch dabei nicht aus der Rolle einer Verführten zu fallen. Jedenfalls war die Hauptsache geschehen, das Eis gebrochen! Für den Fürsten wie für Rudolphine blieb es ein ganz besonderer Reiz, mich zu trösten und zu belehren, denn sie glaubten ja, eine vollkommene Novize eingeweiht zu haben! Beide entkleideten sich und legten sich zu mir in das Bett; der Fürst in die Mitte. Die schweren Gardinen wurden zugezogen und nun begann ein unglaublich reizendes Spiel. Der Fürst war ehrlich genug, nicht von Liebe und Sehnsucht und von Schmachten zu reden. Er war nur sinnlich, freilich, weil er wußte, daß der Genuß größer ist, wenn delikate Behandlung ihn würzt. Ich spielte zwar noch immer die Betroffene, aber ich begriff doch sehr rasch, was man mich lehrte. Seine beiden Hände waren bei uns, die unsrigen waren bei ihm beschäftigt. Je verwickelter die Küsse, je freier die Hände wurden, je rascher wallte das Blut, je wollüstiger bebten die Nerven. Einen solchen Mann zu küssen ist doch ein außerordentliches Vergnügen! Er hätte von Stein sein müssen, wenn er nicht doch einmal erwärmt wäre. Aber der zweimalige Erguß hatte ihn ruhiger gemacht. Abwechselnd genoß er bei Rudolphinen und bei mir, aber bei mir nicht eher, bis er vollständige Toilette gemacht hatte. Er war zwar seiner Sache so sicher, daß er mir sein Ehrenwort gab, ich könne es auch ohne Domino wagen, da er jetzt ruhiger und vollkommen Herr seiner Kraft sei; aber so rasch konnte ich doch meine bis dahin mit Glück gespielte Rolle nicht aufgeben! So mußte er bei Rudolphinen beginnen und in der Tat schwanden ihm zwei bis dreimal die Sinne, ohne daß ihm die Kraft versagte, dann wurde Toilette gemacht und er drang bei mir ein. Es schmerzte zwar im ersten Augenblicke noch ein wenig, aber dann wuchs mein Wollustgefühl unbeschreiblich und ich empfand zum erstenmal fast eine vollständige Befriedigung. Um mir zu beweisen, daß er ganz Herr über sich sei, endete er nicht bei mir, sondern verließ mich ohne Erguß, während ich halb ohnmächtig vor Entzücken dalag. Wieder riß er den Überzug ab und stürzte sich auf die wollustlechzende Rudolphine, die nun verlangte, ich sollte mich so über ihren Kopf setzen, daß sie mit der Zunge da saugen und schlürfen könne, wo der Fürst eben erst einen solchen Aufruhr angerichtet. Natürlich zierte ich mich erst; ein befeuchtetes Tuch erfrischte indessen bald den Gegenstand ihrer Wünsche und nun entstand eine überaus reizende Gruppe. Während der Fürst bei Rudolphinen einzog, saß ich oder kniete vielmehr mit ausgebreiteten Schenkeln über ihrem Gesicht, so daß ihre Zunge den freiesten Spielraum hatte, denn ihr Kopf lag weit hinten hinüber, ohne Kopfkissen, in gleicher Höhe mit dem übrigen Körper. Ganz nackt – denn der Fürst hatte in seiner verliebten Ungeduld auch mein Hemd abgerissen, – saß ich so dem schönen Manne gegenüber, der meinen Busen an sich drückte und mich fortwährend küßte. So brachten zwei Zungen die kaum erloschene Glut wieder in helle Flammen. In steigender Wollust wurden auch meine Küsse nun so leidenschaftlich und ich gab mich ganz dem Reiz dieses doppelten Genusses hin, daß der Fürst ganz außer sich geriet und beteuerte, noch nie so glücklich gewesen zu sein! Ich war geradezu neidisch, als ich die Krise bei ihm eintreten sah, daß dieser himmlische Strom sich ungehindert in Rudolphinens Schoß ergießen sollte, und tat, als wenn ich vor Wollust ohnmächtig würde, ließ mich mit ganzer Schwere auf die Seite fallen und hatte so richtig gerechnet, daß ich Rudolphinens Ritter wirklich noch vor den letzten Augenblicken aus dem Sattel warf. Im Hinsinken sah ich noch die beiden Teile sich trennen, die eben noch so innig verbunden gewesen waren. Wie flammend rot und wütend bei ihm, wie groß und klaffend bei ihr! Das sah anders aus, als ich es bis jetzt gesehen, aber in der Tat nicht hübscher. Mein Hinsinken hatte beide erschreckt. Wenigstens dachten beide nicht sofort an die Fortsetzung ihres Vergnügens, sondern wollten mir erst beistehen. Ich hatte meinen Zweck erreicht und ließ mich nicht lange bitten, wieder zu mir zu kommen. Ich machte nun kein Hehl daraus, daß ich mich glücklich fühle, auf solche Art in die Mysterien der Liebe eingeweiht worden zu sein, verweigerte aber jeden weiteren Genuß, weil ich es nicht aushalten könne. Der Fürst wollte beweisen, daß er selbst auch dem höchsten Genuß entsagen könne, wenn wir ihn nicht beide teilten und machte den Vorschlag, uns beiden seine Befriedigung zu überlassen. Ich verstand nicht, was er meinte, aber die ausgelassene Rudolphine ging gleich darauf ein. Der Fürst legte sich nackt ausgestreckt auf das Bett und ich mußte Rudolphinen nachahmen, mit den Händen die Wunderfontaine hervorzulocken. Während ich ihn küßte und mit der Hand an dem Behälter des Wunderbalsams spielte, nahm Rudolphine die Spitze des Schaftes in ihren Mund. Endlich schoß der schäumende Strahl hervor und benetzte uns alle drei. Gern hätte ich im Augenblick des Sprühens Rudolphinens Rolle übernommen und den blendend weißen, heißen Saft geschlürft, aber ich mußte ja noch unerfahren sein und das alles erst lernen! Daß man aber auch diese unvergleichliche Nacht nicht vergißt, werden Sie begreifen. Lange vor Tagesanbruch nahm der Fürst seinen Abschied und wir beide schliefen in fester Umarmung bis nächsten Mittag.

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